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Weihnachtsferien

Die Arbeit auf dem Weingut hat sich für dieses Jahr erledigt. Leider hat man uns vergessen Bescheid zu geben, sodass wir eines Morgens umsonst halb sechs aufgestanden und zum Weingut gefahren sind. Da war natürlich niemand von den Arbeitern und wir wurden mit großen Augen angeschaut, was wir denn hier machen – work is over fort his year! Die freie Zeit nutzten wir für Weihnachtseinkäufe, denn Plätzchen backen stand auf dem Plan. Der Ofen auf dem Campingplatz ist nicht in der Küche, sondern am anderen Ende des Platzes. Den ganzen Vormittag sind wir also mit unseren Backblechen über den Campingplatz geflitzt, was den anderen natürlich nicht entgangen ist. Bevor die Plätzchen richtig fertig waren, war die Hälfte schon für Zuschauer reserviert. Gefeiert wird am Waimerama Beach in der Nähe von Havelock North. Jeder bringt etwas mit - außer Geschenke, denn die wurden von Anfang an ausgeplant. Das Weihnachtsmenü wird wahrscheinlich aus Kartoffelsalat, Lachs und mit Schokolade überzogenen Fruchtspießen (was für eine Sauerei in der Küche…) bestehen – unsere selbstgebackenen Kekse nicht zu vergessen! Auf eine besinnliche Weihnachtsfeier am Strand mit Bier (öffentliches Trinken ist ja eigentlich nicht erlaubt), Lagerfeuer und GaskocherJ.

 

Am 25. geht’s dann ins Internetcafé, damit uns auch die zu Hause gebliebene Familie zu Weihnachten sehen kann. Die Zeitverschiebung von genau 12 Stunden ist optimal, wenn man nach Hause telefonieren möchte.

 

Die etwas andere Weihnachtsfeier

Weihnachten mal anders. Leicht bis ziemlich chaotisch und vor allem sehr sandig. Verabredet waren wir um vier, aber eh alle ihre Sachen zusammen gesucht hatten, war es dann doch schon um sechs. Unsere Gruppe bestand aus 6 Tschechen, 2 Franzosen und wir zwei aus dem fernen Deutschland, sozusagen ein bunte Mischung. In der Karavane gings nach Waimerama, was von Havelock North rund eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt ist. Das ganze Weihnachtsmenü in diversen Schüsseln und Töpfen wurde erstmal im Sand ausgebreitet, der am Ende eigentlich überall war. Wein, Bier, Kartoffelsalat oder Fruchtspieße – heute war alles mit Sandbeilage. Die erste Katastrophe kam gleich eine Stunde nach Ankunft. Der eine Tscheche hatte seinen Autoschlüssel am Strand verloren und in der nächsten Stunde hatten wir damit zu tun, in Reihen im Sand rumzurobben, um nach dem Schlüssel zu suchen. Das Weihnachtsmenü wurde abrupt unterbrochen. Das gab ein herrliches Bild wie wir alle im Sand rumwühlen. Währenddessen hatten die Möwen schon ein scharfes Auge auf die ganzen Leckereien geworfen, sodass einer immer Schmiere stehen musste. Nach einer rund einstündigen Wühlaktion haben wir den Schlüssel tatsächlich gefunden!! Keiner hatte mehr wirklich daran geglaubt. Das war wie ein großes Weihnachtsgeschenk für uns alle und wir konnten mit dem Essen weiter machen – zur Freude aller. Später gab es dann noch ein Lagerfeuer mit Gitarrenmusik. Die richtige Portion Bier und Wein hat dann alles noch ein bisschen mehr gelockert, sodass wir bis tief in die Nacht um das Feuer gesessen und gequatscht haben. Wir haben uns in dieser kurzen Zeit besser kennen gelernt. Der eine Franzose kam auf mich zu und meinte „tell me your story“. Schon merkwürdig, dass man eigentlich fremden Menschen, in diesen Momenten doch ziemlich private Dinge erzählt. Der Alkohol spielte dabei sicher keine kleine Rolle.

Irgendwann in den frühen Morgenstunden, einige waren schon am Lagerfeuer eingeschlafen, sind wir in den Van gekrabbelt – so sandig und nach Qualm stinkend wie wir waren. Heute ist die große „Entsandung“ angesagt, aber dieser feine Sand hat ja die Eigenschaft, auch noch nach Wochen in irgendwelchen Ritzen aufzutauchen.

Ich kann nicht sagen, dass es mein schönstes Weihnachten war, da meine Familie und mein Freund gefehlt haben, aber es war das beste Weihnachten, was man sich unter diesen Umständen denken kann! Auch wenn wir uns alle fremd waren, die meisten zumindest, haben wir uns alle von Anfang an verstanden, zusammen gelacht und ein paar wunderschöne Stunden verbracht. Diese Weihnachtsfeier wird sich ewig in mein Gedächtnis einbrennen und nächstes Jahr um dieselbe Zeit, kann ich mit einem Lächeln daran zurück denken und mich wieder einmal fragen, wo die Zeit geblieben ist.

Silvester wird nun doch in Napier und nicht in Gisborne gefeiert – im kleinen Rahmen wie unsere tolle Weihnachtsfeier. Nur noch 2 Tage!!

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