Nordinsel Neuseeland
Werbung
Insidertip
Werbung

Nordinsel Neuseeland

What’s the plan???

Die Nordinsel in 3 Wochen – das war unser erklärtes Zeit für die nächste Zeit! Erstmal in Gisborne angekommen, wollten wir einen Schlachtplan ausarbeiten, wie es denn nun konkret weitergehen soll und vor allem, wie viel Zeit wir wo einplanen müssen, damit wir uns nicht verzetteln. Das geht ja schließlich ziemlich schnell, wenn man viele tolle Dinge auf dem Weg entdeckt und vor allem, wenn das Wetter so schön ist, wie es jetzt schon seit Wochen der Fall ist.

Heute habe ich eine Postkarte nach Hause geschrieben und da ist mir erstmal aufgefallen, dass ich mich gar nicht daran erinnern kann, wenn es das letzte Mal geregnet hat! Die Ernüchterung kam ziemlich schnell – gleichzeitig mit der Frage: Wo ist denn die ganze Zeit geblieben??

Drei Wochen hören sich viel an, doch wenn man es genauer betrachtet, bräuchte man mindestens das Doppelte. Ein Typ vom Campingplatz in Gisborne war sehr erstaunt über unsere bisherige Route, besonders über die noch geplante: Erst Auckland, dann Hamilton, Raglan, Waitomo Caves, Rotorua, Taupo, Tongariro National Park und dann Richtung Napier. Logischerweise würde man nun weiter in den Süden fahren, aber wir sind machen eben alles anders als die anderen.

Für uns geht es wieder in den Norden. Gut das wir keinen GPS-Sender an unserem Auto haben, sonst würde es den Eindruck machen als wären wir ein bisschen verwirrt☺. Von Gisborne aus, wo wir den ersten Sonnenaufgang der Welt ziemlich einsam am Wainui Beach beobachtete haben, fuhren wir weiter nordwestlich Richtung Opotiki.

Der Wainui Beach hat eine ziemlich traurige Geschichte: Dort sind in den 90iger Jahren 59 Pottwale gestrandet und qualvoll verendet. Das kann man sich schwer vorstellen, wenn man an diesem Morgen dort gewesen ist. Gisborne habe ich als sehr schöne, niedliche Stadt empfunden, die manchmal schon ziemlich europäisch aussah. Dort gibt es eine Brauerei, die Sunshine Brewery, die Bier in Anlehnung an die Biertradition in Bayern und der Tschechischen Republik braut. Natürlich haben wir probiert, aber es war leider nichts für meinen Geschmack. Die Cidery hatte leider zu, lohnt aber bestimmt einen Besuch!

Eine kleine Kuriosität am Rande: Auf dem Kaiti Hill hat man eine Statue von James Cook aufgestellt, die sich aber am Ende aber nicht als Abbild des Entdeckers herausgestellt hat! Die Identität des Mannes, der dort am Kaiti Hill jährlich von vielen Touristen fotografiert wird, ist noch nicht geklärt. Ein bisschen peinlich das Ganze! Das Gegenteil von Gisborne hat uns dann in Opotiki erwartet.

Auf dem Weg zum Bay of Plenty führen wir 140 km über kurvige Straßen, bergab und bergauf. Die Gegend mutete mit ihren Flüssen, den über die ganzen Hänge verteilten Palmen und die grüne, üppige Vegetation schon fast wie Regenwald an. Man sah wieder sehr viele tote Possums auf der Straße, die hier in Neuseeland mittlerweile zur Plage geworden sind, da sie den heimischen Kiwi und andere Tierarten bedrohen. Schon kurios, wenn man bedenkt, dass das Possum in Australien, wo es eigentlich herkommt, unter Naturschutz steht.

Opotiki war für mich so, wie ich mir eine Kleinstadt vorstelle, durch die man durchreist, aber nicht verweilt. Nach der Einkaufsstraße, wir waren leider am Sonntag Nachmittag da, als schon alles geschlossen hatte, gab es nicht mehr viel und nach einem Eis sind wir auch schon gleich weiter. An diesem Tag wollten wir noch bis ins circa 90 km entfernte Whakatane fahren, um dort zu übernachten. Bis ganz dahin haben wir es nicht mehr geschafft, sondern haben in Ohope, ungefähr 10km von Whakatane entfernt, gecampt.

Dieser Ort direkt am Strand ist den Sommer über sicher ein typischer Touristenort, im Winter jedoch wird nach meiner Meinung nach hier bestimmt nicht viel los sein. Ohope an sich ist wirklich ein sehr gepflegter Ort mit wunderschönem Strand, hat aber für mich keine Individualität, keine besondere Note, die den Reiz ausmacht und vielleicht dazu veranlasst, noch ein bisschen länger zu bleiben.

In den letzten Tagen haben wir uns langsam um unser Geschirr erleichtert. Wenn man nicht überall seinen Namen drauf schreibt, nehmen die einem auf dem Campingplatz alles weg – Teller, Geschirrtuch, Messer, Kühlakkus. Das müssen wir uns jetzt erstmal alles neu kaufen.

Über Ohope steuerten wir Whakatane an. Hier befindet man sich in einer der ältesten Städte Neuseelands, wo man das Erbe der Maori noch deutlich spürt. Rund 40% der Bevölkerung stammen von Maoris ab und auch die Sprache hier noch intensiv gepflegt. Noch dazu ist es die einzige Stadt Neuseelands, wo es einen Wasserfall mitten im Stadtzentrum gibt!.

In der I-site von Whkatane hat man uns empfohlen zu Toi’s Pa zu laufen, weil man von dort den besten Ausblick hat. Da wir nur diesen einen Walk gemacht haben, fehlt mir die Vergleichsmöglichkeit, aber übertrieben hat er auf alle Fälle nicht! Vom Stadtzentrum dauert es zu Fuß rund eine halbe Stunde und wer keine Lust hat zu laufen, kann auch mit dem Auto bis dorthin fahren. Von Whakatane ging es nach Tauranga an, um dort den Mount Maunganui zu erklimmen.

Im Vergleich zu den anderen Walks, die wir bisher gemacht haben, war der 232m hohe Berg eine Leichtigkeit für uns. Nach einer guten ¾ Stunde hatten wir die Spitze erreicht und ich kann es wirklich nur empfehlen, wenn man in der Gegend ist. Von dort oben aus hat man wirklich eine tolle Sicht auf die umliegenden Inseln im Bay of Plenty sowie auf Tauranga selbst. Wenn man dann den Aufstieg geschafft hat, kann man sich als Belohnung eine Weile am Strand ausruhen und den Surfern zugucken. Das steht ebenfalls noch ganz oben auf meiner to-do-Liste – unbedingt surfen ausprobieren!

© Neuseeland powered by neonblue Typo3 Agentur