Neuseeland Nordinsel
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Neuseeland Nordinsel

Die letzten Tage auf der Nordinsel

Dreieinhalb Monate sind vergangen, seitdem wir in Neuseeland angekommen sind. Es war wirkliche in eine sehr schöne Zeit mit neuen Bekanntschaften, Erfahrungen in der neuseeländischen Arbeitswelt als Saisonarbeiter und vor allem sahen wir viel von der beeindruckenden Landschaft der Nordinsel. Meine Favoriten in der Zeit waren Rotorua mit den heißen Quellen, mud pools und den Geysiren sowie Hawke’s Bay, wo ich nahezu 6 Wochen verbracht habe. Die Gegend ist bekannt für Weine, tolles Wetter und für mich jetzt auch für nette Menschen! Napier, Hastings und die umliegenden Orten lohnen wirklich einen längeren Besuch. Dies als Tipp für diejenigen, die sich entscheiden dort hinzufahren.

Die letzte Etappe auf dieser Reise über die Nordinsel sollte Wellington sein. Ingesamt hatten wir leider nur 2 Tage für die neuseeländische Hauptstadt, aber die wollten wir effektiv nutzen. Auf unserem Weg dorthin kamen wir an New Plymouth vorbei, welches kein typisches Urlaubsziel ist und hauptsächlich für den beeindruckenden Vulkanberg Mt. Taranaki bekannt ist. Schon von einer Entfernung von rund 100km sahen wir die Spitze des Berges über die Wolken gucken und da stellten wir uns die Frage, ob wir da wirklich hochwollten. Das war eigentlich der ursprüngliche Plan, aber den hat uns nicht nur unsere Respekt vor den 2518 Metern des Vulkans, sondern auch das Wetter zunichte gemacht. An diesem Tag war es durch Nebel, Regen und Gewitter unmöglich den Walkingtrack zum Gipfel zu machen. Als normal durchtrainierter und konditionierter Wanderer braucht man dafür rund 8-10 Stunden, wobei man sich am besten einer Gruppe anschließt. Im Vergleich zu anderen Bergen Neuseelands sind hier wohl schon relativ viele Menschen ums Leben gekommen, wie mir ein Einheimischer berichtete. Die Natur darf man eben nicht unterschätzen!! Auch am nächsten Tag hüllte sich der Berg in dicke Wolken, sodass wir New Plymouth verlassen mussten ohne Mt. Taranaki in seiner vollen Größe bewundern zu können.

Die nächste Anlaufstelle war Palmerston North, wo es angeblich die meiste Zeit im Jahr regnet. Ich glaube, über keine andere Stadt in Neuseeland werden soviel Witze gerissen wie über Palmerston North. Wenn man Neuseeländer fragt, wofür Palmi bekannt ist, dann sagen die häufig schlechtes Wetter und günstiges studieren. Dort gibt es eine der größten Universitäten des Landes. In diesem besagten Palmerston North wohnte die Cousine einer Bekannten von mir. Die hatte ich zwar vorher noch nie getroffen, aber ungefähr einen Monat vor meiner Abreise aus Deutschland habe ich mit ihr Kontakt aufgenommen und sie meinte, dass wir sie unbedingt besuchen sollten. Auf dem Weg nach Wellington gibt es an Palmi kein Vorbeikommen, sodass wir einen Tag dort halt gemacht haben. Es regnete die ganze Zeit…

Dank dieser Bekannten konnten wir wieder ein unvergessliches Erlebnis machen. Als wir dort ankamen, sind sie mit uns rund 110km nördlich nach Taihape auf eine Schafsfarm gefahren. Dort in Taihape gibt es wohl auch den größten Gummistiefel Neuseelands, wenn man sich diesen einmal angucken möchte.

Die Besitzer der Schafsfarm ließen uns auf Quads über die sehr nach Schottland anmutenden Hügel fahren, erklärten uns die wesentlichen Dinge zur Schafszucht und am Ende saßen wir beim Eintreiben der Schafe mit hinten drauf auf den Quads. Durch den Regen, der zu diesem Zeitpunkt immer noch andauerte, war alles total aufgeweicht. Bei rasanter Fahrt spritzte der ganze Dreck und die Schafshaufen ungefähr 1 Meter hoch….Am Ende waren unsere Klamotten voller Schafskacke, die wirklich einen sehr lang anhaltenden Duft hat. Trotz allem hat der Spaß den ganzen Ärger mit dem Waschen und dem Gestank übertroffen. Für diese Erfahrung war ich wieder einmal sehr dankbar, da man für dieses Erlebnis sonst wohl eine Touristentour buchen muss.

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