Neuseeland Abenteuer
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Neuseeland Abenteuer

Kaum ein Tag ohne Katastrophe….

Man könnte unseren Trip auch manchmal als chaotisch bezeichnen. Auf der Fahrt nach Gisborne, eine ziemlich enge und kurvige Straße auf der man sich ruhig Zeit lassen sollte, haben wir überlegt mal wild-camping auszuprobieren. Schließlich haben wir Campingstühle und einen Campingtisch, die noch nicht eingeweiht wurden. Gesagt getan und mit dem Ziel auf der Halbinsel Mahia Peninsula unser Lager aufzuschlagen.

Nachdem wir dann mindestens 10 Mal hintereinander das Schild „no camping“ an diversen Stränden gesehen haben, mussten wir einsehen, dass wir uns das hier schenken können. Jetzt grade zur Ferienzeit in Neuseeland sind die Kontrollen sicher verschärft und erwischt zu werden, war das nun wirklich nicht wert. Bis nach Gisborne wollten wir aber nicht mehr fahren, weil es schon fast 6 Uhr abends war.

In der Hoffnung zwischen Morere und Gisborne ein Plätzchen zu finden, sind wir dann doch weiter gefahren. Plötzlich ging kurz hinter Morere auf der linken Straßenseite eine Gravel road in den Wald hinein. Okay, das wollten wir probieren, weil laut der Karte der Weg zu einem Fluss nicht mehr weit sein sollte. Das klang für uns schon vielversprechend. Am Ende entpuppte sich der Fluss als ein etwas größerer Bach, der mitten im Nichts lag.

Wir fuhren immer weiter in der Hoffnung ihn noch zu finden und als wir schon fast nicht mehr daran glaubten, sahen wir ihn. Jetzt nur noch das Auto umdrehen und neben der Straße parken, wo man direkt zum Wasser gehen konnte. Da die Straße wirklich nur für ein Auto gemacht und dementsprechend schmal war, mussten wir zum Drehen auf ein Stück Wiese fahren. Und da ist es dann passiert. Unsere Vanette blieb stecken!! Es ging weder vor noch zurück! Und das mitten im Nichts, irgendwo 5 km tief im Wald und natürlich gab es dort kein Handyempfang… Wir hätten dort also nicht mal die AA oder jemand anderen anrufen können, der uns aus der misslichen Lage befreien würde.

Ganz cool bleiben war die Devise, denn Panik hilft auch nicht weiter. Jedenfalls sagt man sich das in diesem Moment, um ruhig zu bleiben, denn in 2 Stunden würde es dunkel werden. Wir haben es dann noch mehrmals mit vor- und rückwärts fahren probiert, aber es tat sich nichts.

Die Reifen haben sich nur immer tiefer in den Boden gegraben. So langsam roch die vorher frische Waldluft nach verbranntem Gummi…. Okay, jetzt mussten wir uns was anderes überlegen. Die ganzen Erdhügel auf der Wiese, die das Rauskommen behinderten, haben wir mit unseren Händen weggeschaufelt. Ganze Grasbüschel mussten weichen und in die Löcher kamen möglichst flache Steine. Meine Freundin saß hinterm Steuer und ich habe all meine Kraft aufgebracht, um zu schieben. Beim ersten Versuch ist das Auto sage und schreibe einen halben Meter Richtung Straße gefahren.

Der nächste Schritt: Alle schweren Sachen rausräumen, die das Freikommen behindern könnten. Nach 2 weiteren Versuchen lagen dann unsere ganzen Klamotten, Wasserkanister, Kisten, Stühle und Tische auf der Wiese verstreut. Hätte uns jemand von der Ferne beobachtet, der hätte sich wahrscheinlich kaputt gelacht. Jedes Mal hat man gedacht, jetzt klappt es, aber dann fehlte immer der nötige letzte Schwung.

Dann endlich nach dem 9. Versuch hatten wir den Van wieder auf der Straße!! Oh man, die Erleichterung war so was von groß, das wir jetzt sogar über die ganze absurde Situation lachen konnten. Wieder ein neues Erlebnis in Neuseeland. In solchen Momenten spielt der Kopf alle möglichen Szenarien durch, die eintreten könnten. Im Dunkeln hätte ich dort wirklich nicht mehr im Wald festsitzen wollen. Trotz allem haben wir dann doch an dem Bach im sicheren Abstand zu der tückischen Wiese geparkt.

Zur Belohnung gab es ein richtiges, auf dem Gaskocher zubereitetes Pfandfinderabendbrot – Bohnen und Eier mit selbstgebackenem Brot. Dann am Bach haben wir noch unser wohlverdientes Bierchen getrunken. Man war das ein Tag!!! Tja, so ein Wald hat leider die Eigenschaft, dass es dort nie still ist. Und wenn man sich dann zu zweit allein in einem fremden Wald befindet und man dazu noch weiß, dass die nächste Zivilisation ein ganzes Stück entfernt ist, ruft das schon ein ungutes Gefühl hervor.

Natürlich sagt man das dem anderen nicht so offen ins Gesicht, weil man ja niemanden ängstigen will, wobei ich glaube, dass es meiner Freundin genauso ging. Bei jedem Rascheln oder Knacken hat man sich hektisch umgedreht. Ist da wer???

Am Strand campen wer doch besser gewesen…Wir gingen dann zeitig schlafen um möglichst zeitig früh wieder loszufahren. Wir sind schon zwei Abenteurer! Früh sah dann im Sonnenlicht wieder alles freundlich aus und nach einem Sturzkaffee gings weiter Richtung Gisborne… und dann erstmal duschen!

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