Neuseeländer
Sometimes little things make the difference …
Wenn man erstmal unterwegs ist, treten Dinge auf, an die man vorher nicht mal im entferntesten gedacht hätte. Das macht wohl auch das Spannende am Reisen aus – gerade, wenn man längere Zeit in einem Land unterwegs ist. Erst fallen einem die Dinge auf, die man in der Heimat als selbstverständlich wahrgenommen hat und nun vermisst. Oder man erkennt, was im eigenen Land besser gemacht werden könnte.
Während meiner Zeit in Neuseeland, die bisher 3 Monate andauert, habe ich diese Erfahrung machen müssen beziehungsweise dürfen. Dadurch lernt man bestimmte Dinge besser zu schätzen. Als sehr positiv nehme ich die Freundlichkeit und teilweise auch unbeschwertere Haltung der Neuseeländer war.
In Deutschland sind die Menschen doch teilweise sehr stark kopflastig und grübeln häufig über die für sie sehr wichtigen Dinge nach: Job, Karriere, Geld, Auto und und und. Ich will nicht sagen, dass die materiellen Sachen unwichtig sind, aber für viele Menschen in meiner Heimat erreichen sie einen für ihr Sozialleben ungesunden Stellenwert. Ich schätze die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Leute, die Leichtigkeit mit der sie einen ansprechen und vor allem freue ich mich über ihr Interesse, welches sie an Europa oder auch Deutschland zeigen.
Häufig wird man förmlich ausgefragt, aber das ist alles andere als schlimm. Häufig ist für sie Europa ein Reiseziel, welches nicht gerade erschwinglich ist und viele werden vielleicht nie die Chance haben, dorthin zu reisen. Wir träumen das Ende der Welt zu besuchen, wo hingegen sie gerne unsere Herkunft und Geschichte entdecken wollen.
Das ist schon manchmal eine verdrehte Welt, in der wir leben! Was ich sehr schmerzlich vermisse, ist eine richtige Waschmaschine!! Das hört sich oberflächlich an, aber ich würde gerne wieder richtig saubere Klamotten tragen. Häufig trifft man nur auf die sogenannten „toploader“, die mit meiner heimischen Waschmaschine leider nicht mithalten können. Manchmal habe ich das Gefühl, meine Sachen sind nach dem Waschen noch dreckiger als vorher. Nur mit dem Unterschied, dass sie besser riechen.
Und das Brot…Mittlerweile sind wir dazu übergegangen, unser Brot selber zu backen. Dabei haben wir schon wirklich leckere Eigenkreationen zustande gebracht! Von diesen kleinen Dinge mal ganz abgesehen, vielleicht kommen im weiteren Verlauf der Reise noch einige dazu, positiv wie negativ, genieße ich meine Zeit in dem zum Ruf zufolge schönsten Land der Erde! Hoffentlich habe ich in der Zukunft nochmal die Möglichkeit wiederzukehren.
Zu gerne würde ich auch meinen Freunden einige Dinge hautnah zeigen wollen. Manche Erlebnisse oder Sehenswertes wie auch die Begeisterung für das Land kann man nur wirklich nachempfinden, wenn man es selbst gesehen hat. Bei Telefongesprächen mit meiner Familie oder mit meinem Freund, der oft furchtbar neidisch auf mich ist, habe ich das Gefühl, dass ich vor Begeisterung platze, aber mein gegenüber zuhört ohne vollends zu verstehen.
Manche Dinge muss man einfach selbst erleben.

Arbeiten in Neuseeland